Navigation überspringen

Logo: designfragen.de

designfragen.de

designfragen.de richtet sich an Unternehmen und Personen, die bisher noch keine Erfahrung mit Design haben und nun ein Logo, eine Webseite oder ähnliche Designarbeiten in Auftrag geben möchten.

Diese Seite beantwortet die gängigsten Einsteigerfragen.


Brauche ich eine »Web 2.0«-Webseite?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie bei Ihren Streifzügen durch das Internet schon mindestens einmal über den Begriff »Web 2.0« gestolpert sind. Und wenn Sie auf die Suche nach einem Dienstleister gehen, der Ihnen bei Ihrem neuesten Web-Projekt hilft, dann wird Ihnen diese Bezeichnung erneut begegnen – ganz bestimmt!

Wer hat Angst vorm »Web 2.0«?

Sie können sich unter »Web 2.0« gar nichts Konkretes vorstellen? Dann geht es Ihnen wie vielen Menschen – durchaus auch IT-Profis. Es ist nämlich so, dass dieser Begriff keine klar umgrenzte Technologie bezeichnet. Die Definitionen gehen mit zunehmender Verbreitung dieses so schön griffigen Schlagworts immer weiter auseinander. Manch einer glaubt, dass hinter »Web 2.0« hauptsächlich Designs mit »runden Ecken« und großen grafischen Überschriften stehen …

Worum geht es eigentlich?

Entstanden ist der Begriff angeblich im Jahr 2004 im namhaften O’Reilly-Verlag, der Bücher zu IT-Themen publiziert. Dort hatte man nach einem kurzen knackigen Schlagwort gesucht, unter dem man eine ganze Reihe von Ideen versammeln konnte – es ging um ein neues Verständnis des Internet als kommunikatives und wirtschaftliches Medium.

Die Idee

Man wollte bei der Entwicklung von Internet-Lösungen neue Wege gehen, die diesem Medium gerecht werden. Zuvor war man dem Internet meistens mit Methoden aus fremden Disziplinen – etwa der Print-Medien oder der Desktop-Software-Entwicklung – begegnet. Das hatte viele Zwänge und Unzulänglichkeiten mit sich gebracht, die man nun vermeiden wollte. »Web 2.0« soll offener für Interaktion sein, für die aktive Teilnahme der Benutzer, für den Austausch zwischen verschiedenen Plattformen im Netz und zwischen den einzelnen Teilnehmern. Die bequeme Benutzbarkeit von Internet-Lösungen wurde stärker in den Vordergrund gestellt. Man könnte sagen, dass »Web 2.0« ein demokratischeres bzw. egalitäres Internet versinnbildlicht.

Rein technisch nichts Neues

Auf der rein technischen Seite gab es im Grunde kaum Neuerungen, auch wenn die Versionsnummer »2.0« dies suggeriert. Die eingesetzten Techniken existieren oft schon seit den Anfängen des Internet. Ein gutes Beispiel dafür sind die Links (bzw. »Hyperlinks«), die jeder Internet-Surfer kennt und ständig anklickt. Für die meisten Besucher und auch Macher von Websites ist es nach wie vor ganz normal, dass es auf einer Website ein festes Menü geben muss, das hierarchisch aufgebaut ist.

Mit dem »Web 2.0« tauchten plötzlich Websites auf, die nicht über ein solches Menü verfügen – und dennoch funktionieren! Sie setzen die Hyperlinks einfach genau so ein, wie sie ursprünglich einmal gedacht waren: zur Verknüpfung von Informationen. Auf einer typischen »Web 2.0«-Site (sehr gutes Beispiel: wikipedia.org) geht man eben nicht die durch ein Menü vorgegebenen Wege, sondern begibt sich auf eine Entdeckungstour. Man folgt einfach Links innerhalb der Texte. Der Vorteil ist, dass diese Links im direkten Kontext zu dem stehen, was einen gerade eben beschäftigt und interessiert.

Das ist sehr intuitiv, macht Spaß und kann einen schon mal aus lauter Neugier vom Hölzchen aufs Stöckchen führen.
Wir können also festhalten, dass mit dem »Web 2.0« das Internet mit bereits vorhandenen Mitteln besser genutzt werden soll.

Brauche ich denn nun »Web 2.0«?

Ausgehend von diesen Überlegungen wird nun auch klar, dass die Frage »Brauche ich eine Web-2.0-Website?« sich für Sie als jemand, der ein Internet-Projekt plant, gar nicht stellt.

Für Sie ist es wichtig zu wissen, was Sie im Internet tun wollen, wen Sie erreichen wollen, was Sie vermitteln wollen. Und auch, was Sie nicht tun oder zulassen wollen. Aus diesen Informationen muss Ihr Dienstleister eine angemessene und stimmige Lösung entwickeln. Diese Lösung kann dann eine ganz konventionelle Website (mit Menü) sein oder aber auch eine ganz ausgefallene »Web 2.0«-Geschichte. Meistens wird das Ergebnis aber etwas dazwischen sein: eine ganz normale Website, die einige »Web 2.0«-Elemente enthält – etwa eine Verschlagwortung der Inhalte und eine darauf aufbauende schlagwortbasierte Zusatznavigation oder ganz einfach einen RSS-Feed, damit Ihre Kunden oder Leser sofort Bescheid bekommen, wenn Sie einen neuen Artikel veröffentlichen.

Das Schlagwort »Web 2.0« ist vom Standpunkt des Marketing gesehen grandios, denn es ist kurz, leicht merkbar und irgendwie cool. Kein Wunder also, dass nun alle dieses schöne Schlagwort gerne benutzen und etwas von seinem Glanz abbekommen möchten.

Lassen Sie sich aber nicht irre machen, wenn Ihnen jemand erzählt, dass man heutzutage auf jeden Fall eine »Web 2.0«-Site brauche, weil das der Stand der Technik sei.

Tun Sie einfach das für Sie Zweckmäßige – möglicherweise kommt dann »Web 2.0« dabei heraus.


Autorenfoto: Andreas Dölling

Antwort von: Andreas Dölling arbeitet seit 1999 als Web-Entwickler. Als freier Mitarbeiter unterstützt er IT-Firmen vor allem in der Frontend-Entwicklung (XHTML, CSS, Javascript), mischt aber auch im Backend mit.


Falls Fragen nicht ausreichend beantwortet werden oder wichtige Fragen fehlen, nutzen Sie bitte das Kontaktformular.